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Der Haken bei der „perfekten“ Unterkunft

Der Haken bei der „perfekten“ Unterkunft

Lesedauer: 7 Minuten

Wo waren wir stehen geblieben… Geplant war ein Pokerabend und ein Besuch in der Bar.

Der Pokerabend fiel ins Wasser, aber unglaublicherweise ist der Plan mit dem Barbesuch aufgegangen – trotz anfänglicher Zweifel. Wir haben nämlich zwei andere Deutsche – Henni und Nico – kennengelernt und haben uns überlegt, zusammen den Abend im Hostel ausklingen zu lassen, bis uns die Kanadier, Amerikaner und Inder doch noch überreden konnten, mit in die Bar zu kommen. Und wir bereuen es nicht, war ein super Abend.

Nachdem wir dann um 3 Uhr wieder am Hostel ankamen, sind wir aber natürlich, um im Rhythmus zu bleiben, noch 2 Stunden wach geblieben und dann erst ins Bett gegangen.

Am Sonntag „Morgen“ (15 Uhr) begann dann unser Tag. Wir hatten nicht viel vor. Ein paar Runden Billiard mit den anderen und komischerweise auch eine Wasserschlacht zwischen dem Hostelbesitzer Luke und Luca.

So komisch ist das nicht, könnte man denken. Jedoch ist uns leider aufgefallen, dass Luke uns nach unserem gemeinsamen Abend im Motel grundlos ignorierte. Wir dachten uns nicht viel dabei, denn jeder kann ja mal einen schlechten Tag haben. Trotzdem änderte sich die darauffolgenden Tage nichts und mehr als ein erzwungenes Lächeln bekamen wir nicht. Das alles würde uns nicht so sehr wundern, wenn es nicht vorher so extrem positiv gewesen wäre. Einladungen zum Minigolf, Rafting, Motelzimmer, sogar in seinem Zimmer Fernsehen durften wir, damals noch mit Timo in der „VIP-Lounge“.

Die etwas ignorante Art fiel auch Chris auf, der etwa eine Woche nach uns im Hostel ankam.

Als es später dazu kam, dass wir unser Essen um 23:05 Uhr nicht fertig kochen durften, weil die Küche um 23:00 Uhr schließt, haben wir uns leider noch unwohler gefühlt als vorher schon, weil Luke uns das mit einem unschönen Ton vermittelte und wir unser Essen dann quasi roh essen mussten. (Natürlich ist es okay, uns zu bitten, um 11 fertig zu sein. Der Punkt ist aber, dass Luke uns von Anfang an gesagt hat, dass wir uns keinen Stress machen sollen und andere teilweise bis in die Nacht in der Küche stehen.)

Nach diesem Vorfall tauschten wir uns mit den anderen Deutschen aus, die uns dann auf die wenigen, aber ausführlichen negativen Rezensionen auf Google aufmerksam machten. Als ich die gelesen habe, dachte ich, ich falle aus allen Wolken. Genau diese Rezension hätte ich persönlich 1:1 so geschrieben.

Kurzfassung: Positiver erster Eindruck, alles sauber, TV, Netflix,… später wird man ignoriert und man fühlt sich einfach nicht mehr wohl, wird teilweise echt rausgeekelt.

Luca hat bis dahin auch noch daran geglaubt, dass es nur daran liegt, dass er gerade einfach ein paar schlechte Tage durchmacht, hat aber jetzt auch den Glauben daran verloren, dass es so wird, wie zu Beginn.

Leider bekamen wir auch die Nachricht, dass die Arbeit am Sonntagabend ebenfalls ausfallen würde. So konnten wir zwar mit Henni, die selbst auch Fitnessbegeistert ist, ins Gym gehen und anschließend einen Salat machen, Geld wächst trotzdem nicht an Bäumen.

Was das Fass zum Thema Hostel dann zum überlaufen brachte, passierte dann am nächten Morgen (Montag).

Als wir ankamen, haben wir Luke gefragt, wie das mit dem Parkplatz abläuft, denn er bietet einen kostenlosen Parkplatz vor seinem Hostel an. Vor dem Haus stehen aber Schilder, die darauf hindeuten, dass man ganztägig für diesen Parkplatz zahlen muss. Er meinte, dass er eine gewisse Anzahl an Campervans vor dem Haus stehen haben darf. Darauf vertrauten wir. Wir vertrauten sogar noch darauf, als es soweit kam, dass wir ein Verwarnungsticket bekommen haben. Wir mussten zwar noch nicht zahlen, aber als er sagte: „Don’t worry about it“, machten wir uns nichts draus. Schließlich bezahlen wir ihn ja dafür, um auf seinem Platz zu stehen, dachten wir. Nun war es aber soweit, dass wir ein richtiges Ticket bekamen. 40$ Strafe für’s Parken ohne zu Zahlen. Wir kamen natürlich auf Luke zurück, weil er uns eine Woche vorher noch sagte, dass wir uns keine Sorgen machen sollen. Nun wurden wir abgewimmelt, alles was kam war: „Ich kann auch nichts machen“.

Jetzt warten wir nur noch darauf, bis die Arbeit wieder beginnt und würden uns dann gerne eine andere Unterkunft suchen, da wir uns hier einfach nicht mehr wohl fühlen und das war schließlich der Hauptgrund, der dazu führte, dass wir überhaupt so lange hier blieben. Außerdem wollen wir nicht noch einen Strafzettel riskieren.

Nach der Sache mit den Rezensionen und dem Parkticket habe ich mich mit einer Person in Verbindung gesetzt, die solch eine negative Rezension geschrieben hat und gefragt, was vorgefallen sei. Die Situation wurde ähnlich wie bei uns beschrieben und zusätzlich wurden uns die Augen zum Thema „Schlafen auf dem Hostelparkplatz“ geöffnet.
Dadurch, dass dieser Parkplatz nicht Luke persönlich gehört, ist es nämlich auch so, dass sobald die Polizei sieht, dass wir in unserem Auto schlafen, wohl 200$ Strafe auf uns zukommen könnten. Genau wie in anderen Bereichen Neuseelands ist in der Stadt das sogenannte „Freedom-Camping“, das wir damit ja tun, illegal. Außerdem zahlen wir Luke für etwas, das ihm nicht gehört.

Wir sind unendlich traurig und wütend über die Entwicklung. Natürlich werden wir die guten Sachen nicht vergessen. Das gemeinsame Minigolf spielen hat total Spaß gemacht, die Einladung zum Rafting und ins Motel waren auch super lieb gemeint. Leider haben auch schon andere Gäste diese Erfahrung gemacht, total ignoriert und unfreundlich behandelt zu werden.

Wir sind trotzdem froh über diese Erfahrung, denn zwei positive Sachen gibt es. Erstens, anders als auf Free-Camps, lernt man in Hostels viel besser andere Menschen kennen. Wir haben mit Timo, Basti, Henni und Nico (Chris kannten wir ja schon vorher) vier total liebe Menschen kennengelernt, auch mit den ganzen Indern und Amerikanern hatten wir ein paar lustige Abende und sind froh dies erlebt zu haben. Durch die Möglichkeiten, die es heutzutage durch Social Media gibt, können wir mit all diesen Leuten, deren Heimaten über die ganze Welt verteilt sind, in Kontakt bleiben.

Und zweitens konnte Luca nach 6 Monaten seine PS4-Entzugserscheinungen stillen.

Außerdem wollen wir uns durch die negativen Ereignisse nicht unsere Zeit versauen lassen. Wir werden alles weiterhin so gut es geht nutzen. Wir sind mittlerweile Profis im Billiard Spielen, können durch unseren Nachtschicht-Rhythmus immer, wenn alle anderen schlafen, die Lounge für uns allein nutzen und das Fitnessstudio wird natürlich auch so gut es geht genutzt, jedenfalls von Luca, denn ich habe leider seit 2 Tagen einen starken Schmerz im rechten oberen Bauch. Vorallem beim Gegendrücken oder beim Husten/Niesen bzw. bei allgemeiner Belastung in diesem Bereich (z.B. beim Wechsel „liegende zu sitzende Position“) habe ich Schmerzen.

Zu Beginn dachten wir, dass es Muskelkater vom Oberkörpertraining sein könnte. Da der Schmerz aber so groß ist, konnten wir das ausschließen. Chris sagte aber trotzdem, dass das der Bereich der äußeren Bauchmuskeln ist und Dr. Google hat geholfen. Es handelt sich wahrscheinlich um eine Bauchmuskelzerrung, hervorgerufen durch starkes und langanhaltendes Husten.

Dies trifft zu, denn seit zwei Wochen werde ich diesen nicht los und die Schmerzen beim Husten sind teilweise unerträglich. Aus diesem Grund fällt für mich das Fitnessstudio erstmal auf unbegrenzte Zeit, bis es sich bessert, aus.

Am Montagabend mussten wir dann leider Basti, der sich genau wie wir auch für Mediengestaltung interessiert, verabschieden. Wir spielten zum Abschluss noch ein paar Runden Billiard und nutzten die Playstation. Außerdem durften wir etwas von seinem selbstgebackenen Brot probieren, das super lecker war.

Er hat uns auch das Rezept für das Brot geschickt, das wir bei Gelegenheit gerne mal ausprobieren möchten.

Als erstes in einer Schüssel 1 Hefe-Würfel einbröckeln und im warmen Wasser verrühren, bis sich die Hefe aufgelöst hat. 500g Weizenvollkornmehl und Salz hinzugeben. (Die Zutaten müssen Zimmertemperatur haben.)

Alles gut vermengen und den Teig am besten mit dem Knethaken des Handrührgeräts durchkneten. Der Teig sollte geschmeidig sein – eventuell etwas mehr Mehl oder Wasser zugeben. In der Schüssel für 45 Min. gehen lassen. (sollte das doppelte aufgehen)

Dann nochmals durchkneten und die Körner zufügen. Den Teig in eine gefettete Kastenform füllen. Nochmals 15 Min. gehen lassen.

In den Backofen stellen (vorheizen) und 60 Min. bei 200 Grad Ober-/Unterhitze backen. Danach aus der Form stürzen und 10 Min. nochmals bei 100 Grad kurz nachbacken.

Körner (Vorschlag): Sonnenblumenkerne, Walnüsse und gehackte Erdnüsse. Zusätzlich Cranberries.

Tipp:

  1. Backofen kälter, dafür länger backen.
  2. Ein bisschen Wasser auf den Boden der Backform sowie auf die Oberfläche der Brotes schmieren – dann bekommt man eine schöne Kruste.

Viel Spaß beim nachbacken!👨‍🍳

Quelle: Basti Marx

Auch am Montag- und Dienstagabend fiel die Arbeit übrigens aus. Für den Mittwoch kam jedoch schon die Bestätigung, sodass endlich wieder Geld rein kommt und wir unsere Zeit hier nicht mehr absitzen müssen.

Als wir dann am Mittwoch aufwachten, war die altbekannte erste Frage wieder: „Haben wir ein Ticket?“, und dieses mal mussten wir zu unserer Enttäuschung feststellen, dass der Officer uns ein zweites 40$-Ticket verpasst hat. So war für uns sofort klar, dass es für uns keinen weiteren Grund gab, in Rotorua im Hostel zu bleiben. Mit dem Weg zur Arbeit endete unsere sehr schöne Zeit im Planet Backpackers. Dieser Monat im Hostel zählt wohl mit zur besten Zeit unserer bisherigen Reise, da wir in der ersten Woche sehr viel Action hatten, viel mit Luke unternahmen und uns super wohl fühlten. Auch wenn das nach der ersten Woche abnahm, konnten wir in der folgenden Zeit viele sehr coole Leute kennenlernen und einfach die Wochen, abgesehen von unserer Krankheit, in vollen Zügen genießen.

Wir hatten im Anschluss noch per E-Mail Kontakt mit der Verwaltung der Stadt, um zu erklären, dass wir vor dem Hostel als Gäste geparkt haben und deshalb kein Parkticket zogen. Unser bisheriger Eindruck der neuseeländischen Behörden wurde an dieser Stelle bestätigt: die Beamten sind sehr freundlich und entspannt und die höchste Priorität hat, dass die Besucher des Landes einen Aufenthalt genießen, der ihnen positiv in Erinnerung bleibt. So wurden uns dann freundlicherweise die 80$ Strafe erlassen.

Nach der Arbeit haben wir dann also in Te Puke auf einem kostenlosen Campingplatz geschlafen. Vom Rest der Woche wird Luca euch dann im nächsten Beitrag berichten, auch wenn nicht viel passiert, wenn wir arbeiten. Bis zum nächsten Mal!

Eure Working-Holidayer🌏

Anni & Luca

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Ende gut – alles gut, immer das Positive in Erinnerung behalten, so wie ihr das geschrieben habt…

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